1. Mai 2018: Lass mich gefälligst ausschlafen, du Chef!


1. Mai 2018: Lass mich gefälligst ausschlafen, du Chef!

Am 1. Mai 1886 traten mehrere hunderttausend Arbeiter*innen in den Vereinigten Staaten in den Generalstreik um den Achtstundentag zu erkämpfen. Nachdem bei anschließenden Auseinandersetzungen in Chicago mehrere Arbeiter*innen von der Polizei erschossen und einige führende Köpfe des Streiks wegen Verschwörung zum Tode verurteilt worden waren, erklärte die Sozialistische Internationale den 1. Mai auf ihrem Gründungskongress drei Jahre später zum internationalen Kampftag der Arbeiter*innenbewegung.

Seit diesem Zeitpunkt steht der 1. Mai also nicht nur für die Erfolge und Niederlagen der organisierten Arbeiter*innen, sondern auch für den Kampf um ein Leben, das sich nicht nur unter der Herrschaft von Fabrik oder Büro vollzieht. Inzwischen hat sich die Welt ein Stück weiter gedreht: Im Laufe der Jahre haben sich die modernen Produktionsanlagen so rasant entwickelt, dass heute nur noch ein Bruchteil der ehemals verausgabten Arbeit nötig ist, um riesige Mengen an Gütern zu produzieren und unsere Bedürfnisse zu befriedigen.

Unter den Bedingungen der kapitalistischen Organisation von Arbeit und Leben hatten wir aber bisher leider kaum etwas davon. Statt uns ein entspanntes Leben in Wohlstand und Sicherheit zu gönnen, wie es die technischen Voraussetzungen praktisch möglich machen würden, sind wir vor allem mit dem profanen Versuch beschäftigt, unsere zunehmend überflüssiger werdende Arbeitskraft zu verkaufen. Wer damit erfolgreich ist, lässt sich häufig Überstunden und Wochenendarbeit aufdrücken, um die prekäre Sicherheit seines Arbeitsplatzes nicht zu gefährden, statt seinem Chef die Meinung zu geigen. Die anderen werden vom Jobcenter in sinnlosen Beschäftigungsmaßnahmen geparkt, die allein dem staatlichen Kontrollbedürfnis dienen. Wer auf den mageren Hartz-IV-Satz angewiesen ist, muss dafür Zwangsarbeit und den Verlust seiner Privatsphäre vor den Behörden ertragen.

Aber es geht auch anders!

Wir wollen mehr von unserem Leben als die schlechte Alternative zwischen Jobcenter und ständiger Überlastung. Eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich sorgt nicht nur für eine gerechtere Verteilung der Arbeit, sondern gibt uns auch kostbare Zeit unseres Lebens zurück.

Deshalb:
Für die Einführung der 30-Stunden-Woche!
Für vollen Lohnausgleich!
Für ein selbstbestimmtes Leben!

Wir sehen uns morgen ab 9:30 Uhr zum Aufbau unseres Spiel- und Infostandes auf dem Ebertplatz – FREUNDSCHAFT!

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