Solidarität statt Hetze! – Offener Brief an die Vermieter*innen des AfD-Büros in Oberhausen

Die AfD hat in Oberhausen ein Büro angemietet und will sich als „Kümmerer“ der Probleme und Sorgen inszenieren.
Wir Falken und viele andere Akteur*innen wollen nicht hinnehmen, dass rechtsradikale Parteien sich hier ausbreiten und mit ihrer Hetze das gesellschaftliche Klima vergiften.

Daher haben die Falken einen offenen Brief an die Vermieter*innen des AfD-Büros mitunterzeichnet, der diese auffordert, den Neonazis zu kündigen:

 

Initiative gegen Rechts
c/o Polit-Bureau
Lothringer Straße 64
46045 Oberhausen

27.06.2018

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Solidarität statt Hetze

Sehr geehrte XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

wir, die unterzeichnenden Gruppen und Organisationen, richten uns mit diesem offenen Brief an Sie als Eigentümer der Immobilie Elsässer Straße 35 in 46045 Oberhausen. Sie haben dort Büroräume an einen Vertreter der Partei AfD vermietet. Darüber sind wir entsetzt und besorgt:

So hat im Herzen der Oberhausener Innenstadt eine rechtsextreme Partei die Möglichkeit bekommen, von dieser guten Adresse aus ihre menschenverachtende Ideologie unter den Bürgerinnen und Bürgern zu verbreiten. Aber vielleicht wissen Sie ja auch gar nicht, wen Sie sich da ins Haus geholt haben: Neben dem Abgeordneten Kamann ist dies auch der Oberhausener Kreisverband der AfD.

Der Oberhausener Kreisverband der AfD

  • bezeichnet Hartz IV-EmpfängerInnen und Geflüchtete öffentlich als Parasiten (Anlage 1).
  • teilt öffentlich ein Video des YouTube-Kanals der Holocaustleugner und Neonazis vom sog. „Fränkischen Heimatschutz Coburg“. Dieser ist ein bayerisches Pendant zum Thüringer Heimatschutz, der Keimzelle des NSU (Anlage 2).
  • ruft öffentlich zu Demonstrationen von Nazis auf bzw. unterstützt diese. So verlinkte die AfD Oberhausen ein Live-Video der Demo der rechtsextremen Gruppierung „Wir für Deutschland / WfD“, die am 3. März 2018 in Berlin stattfand: mit antisemitischen und völkischen Redebeiträgen, mit Hitler-Grüßen und NPD Parolen. (Anlage 3).

Dies sind nur einige Beispiele – diese Liste ließe sich problemlos verlängern.

War Ihnen dies beim Abschluss des Mietvertrages bewusst?

Wir gehen einmal davon aus, dass Sie keine rechtsextremen Gruppen oder Parteien sowie deren völkisch-rassistische Hetze und menschenfeindliche Weltanschauung unterstützen wollen.

Sicherlich ist es auch nicht in Ihrem Interesse als Eigentümer der Immobilie, dass diese mit der AfD in Verbindung gebracht wird.

So lange sich aus den Räumen auf der Elsässer Straße heraus rechtsextreme Aktivitäten ausbreiten können, wird es an diesem Ort immer wieder zu Protestaktionen und Demonstrationen kommen. Denn auch in Oberhausen sind erfreulicherweise viele bereit, sich der Gefahr entgegen zu stellen, die von diesen Menschen und ihrer Ideologie ausgeht.

In diesem Sinne erwarten wir von Ihnen, dass Sie den mit dem AfD-Abgeordneten Kamann geschlossenen Mietvertrag wieder lösen.

Mit freundlichen Grüßen

AKUWILL
BUND Oberhausen
Bürgerliste Oberhausen
DFG-VK Oberhausen
DKP OB/MH
Frauenplenum Oberhausen
Friedensinitiative Oberhausen
GEW Oberhausen
Grüne Oberhausen
ISO Oberhausen & FreundInnen
KV DIE.LINKE Oberhausen
Linke Liste Ratsfraktion
Linksjugend Solid
Paroli Verein für politische Kultur e.V.
Runder Tisch – Antifaschistisches Bündnis Oberhausen für Demokratie und Toleranz
SJD Die Falken Oberhausen
Solidarische Welt Oberhausen e.V. (Fairer Laden)
VVN Kreisgruppe OB/MH
Willkommen in Oberhausen e.V.
Wir sind Oberhausen (WSO) e.V.

Offener Brief AfD-Büro
Anlagen-1-bis-3

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